Dienstag, 30. November 2010

"Adventure"


"Adventure" is the term, modern sound artists and there protegés prefer to "avantgarde". First of all: the WIRE magazine from London ("adventures in modern music"). "Adventure" has other connotations than "Avantgarde", which today does not sound as inviting as it used to anymore. I guess what the big WIRE, or smaller projects as Digital in Berlin or musicadventure.org or this headline mean to say is, that the approach to spheres of music which a given listener does not know should be less elitarian. Try and google "adventure music" and "avantgarde music"! Adventure wins 189,000,000 to 5,000,000 (different spellings included).
But nevertheless adventurous music can be hard to grasp for the non-connosseur, it will take all his or her courage to let himself or herself fall into the new sonic worlds. He or she won't be saved from poisonous cliché-aesthetics, nor from the stings of macho-virtuosos and hypocrite esoterics. The reward will be encounters like the following though:
Zavoloka
Murcof (in Berlin this december)
Bobby Conn (whose concert I venerably missed the other day)
Bernard Parmegiani 
Klangwart
or the new movie about an elder sound adventurer - Raymond Scott
To name, of course, less than a few. Just a very personal and spontaneous and -well - adventurous selection...
tataratam

Donnerstag, 25. November 2010

EASTERN ELECTRONICS - A web feature of Felix Kubin for MACBA:

A great radio feature. A very honest documentary whose high sound quality makes the trip to estonia almost haptic. I look forward to the next episode!

Broia on Reuber

I have told you of this convincing Staubgold release already. Read my Reuber feature @ digitalinberlin.de

music for you

Gepflegt abfeiern mit Kele (heute im Astra in Berlin)

Gepflegte Jazzakrobatik von Hildegard lernt Fliegen

Gepflegter viktorianischer Rap von Professor Elemental inklusive kleiner Tee-Lehre:
When I say "Earl Grey" you say "Yes, please!"
When I say "Oooo" you say "...long!"
When I say "Herbal" you say "No, Thanks!"
(see also Mister B the getleman Rhymer and Professor Elementals reply)
And a coffee-song, to be fair.

Wrestling in music - Adrian Street

well, today's musical capacities of wrestling seem to be concised to a kind of one-syllable-rap style.
Foto: Dennis Hutchinson
It has not always been like this - wrestling used to be a fine piece of art and a musical and fashion influence on e.g. David Bowie.
Check out Adrian Street, his story and some wonderful photography.

tataratam

Dienstag, 23. November 2010

Video im Gondry-Stil

Clutchy Hopkins - Verbal Headlock

Stilvoll verpasst - Die Gorillaz waren in Berlin

Der Kultur-Großstädter von heute muss vor allem eine Kulturtechnik beherrschen: Das stilvolle Verpassen.

"Sich-nichts-daraus-machen" ist keine stilvolle Option. Wer etwas auf sich hält, der wäre bei all den spannenden Erlebnissen "eigentlich gern dabei". Von wenig Stil und Moral zeugt es allerdings auch, sich dem großstädtischen Ereignismarathon hinzugeben und tatsächlich jeden Tag mehrere Konzerte und Happenings zu besuchen. Nicht nur trocknet man selbst bei diesem Kulturwahn psychisch wie physisch aus. Man macht sich vor allem auch schuldig, Andere mit sich in den wahnwitzigen Strudel der Erlebnis-Scheinriesen zu reissen.

Stattdessen gilt es - wie so oft - den goldenen Schnitt zu finden. Anfänger-Verpassern sehe man nach, wenn sie sich mit Sätzen wie "Da müsste man eigentlich auch hin", "Ja, ich weiß, unbedingt!", "Man kann nicht alles haben" und "Ich muss in der nöchsten Zeit echt mal wieder zu mehr Konzerten gehen" gegenseitig das kulturelle Fasten erleichtern.

Doch hier ist Vorsichtig geboten! Gegenargumente wie "Das Velodrom ist eine schreckliche Location" und "die Gorillaz sind auch ganz schön kommerziell" sind in erster Linie trotzig, so wahr sie auch sein mögen. Und wer es "leider nicht geschafft hat", verrät vor allem falsche Prioritäten, insbesondere wenn er oder sie keine Kinder hat. Auch der hohe Preis ist ein billige Ausrede - und ein stilloser Vorwurf an alle, die die 60 Euro übrig hatten.

Nein, der stilvolle Kulturgroßstädter verpasst mit Empathie: Er hört sich gerne die Jubelarien seiner Bekannten an, die natürlich dort waren, und vermittelt dann als Botschaft in etwa: "Dieses Konzert muss ja echt ein Spektakel gewesen sein. Ich freue mich für Euch, dass ihr dabei wart." Das darf natürlich nicht gönnerhaft oder schematisch klingen. Schwierig, zugegeben. Wem das gelingt, der aber kann ins Nirvana des bewusst wunschlosen Kultur-Verpassers aufsteigen und der wird merken: reines und gutes Verpassen ist ein wahrlich vollwertiger Ersatz für das primitive und lüsterne Gorilla-Gehabe der Hingeher, (denen die Stecknadeln, mit denen sie die Eintritts-Karten an der Zimmerwand über ihrem Bett aufgehängt haben, nachts in Augen und Ohren fahren mögen, den Arschlöchern!)

A propos: Das Hypnotic Brass Ensemble, eine von zahlreichen von den Gorillaz auf die Bühne gezerrten Gast-Bands, ist übrigens auch ganz für sich ein wenig Zeit Wert! Frisch, gekonnt... und einfach stilvoll.